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Nachdem es auch in den Vorjahren schon Ger├╝chte gegeben hatte, da├č Heinz Tummel als Hauptsponsor der Oberligamannschaft des ASC seinen R├╝ckzug plane, wurde dies im Sp├Ątherbst 1991 zur Gewi├čheit. Heinz Tummel teilte im Zuge der Vorplanung f├╝r die neue Saison dem Vorstand mit, da├č er den ASC weiterhin finanziell unterst├╝tzen w├╝rde, dies aber in deutlich vermindertem Rahmen.

Nach zehn Jahren Zugeh├Ârigkeit zur Oberliga war das Interesse der Zuschauer in den letzten Jahren merklich gesunken. "In der Saison 1990/91 w├Ąre man fast Meister geworden, ohne da├č das M├╝nsterland dies mitbekommen h├Ątte" (Zitat Westf├Ąlische Nachrichten). Andererseits hatten sich die Kosten einer Oberligamannschaft weiter nach oben bewegt. Sicher spielte auch der inzwischen bekanntgegebene Wechsel des damaligen Trainers Bernard Dietz zum SC Verl eine Rolle bei seiner Entscheidung. Angesichts dieser Tatsachen sah Heinz Tummel keinen Sinn mehr darin, weiterhin gro├če Summen in das Unternehmen "Oberliga" zu investieren. In diversen Krisensitzungen wurde die ver├Ąnderte Ausgangssituation im Vereinsvorstand und mit den beiden Hauptsponsoren Heinz Tummel und Herbert Rotterdam beraten. Es wurde schnell klar, da├č man mit dem verminderten Etat nur sehr wenige Spieler des damaligen Teams w├╝rde halten k├Ânnen. Auch ein gestandener Oberligatrainer war unter den neuen Gegebenheiten nicht zu finanzieren. Einigkeit bestand in der Vorgabe, da├č ein eventuelles Minus in der Finanzierung der Oberligamannschaft auf keinen Fall den Gesamtverein belasten d├╝rfe. Die Kostenrechnung der Oberligamannschaft war damals schon einige Jahren von der des Gesamtvereins getrennt. Auch der Versuch neue Sponsoren f├╝r den Fu├čball in Sch├Âppingen zu begeistern versprach angesichts der unbefriedigenden Zuschauersituation keinen Erfolg. Die Situation war nur durch einen Austausch vieler ausw├Ąrtiger Spieler durch Akteure aus der eigenen Reserve zu bewerkstelligen.

Auch f├╝r diese L├Âsung gab es schon abschreckende Beispiele. Vereine aus der Umgebung waren in der gleichen Situation Jahr f├╝r Jahr von einer Liga an die n├Ąchstniedrige Liga "durchgereicht" worden und hatten dabei mit erheblichen finanziellen Problemen zu k├Ąmpfen.

Der Vorstand und die beiden Hauptsponsoren entschieden sich deshalb f├╝r einen anderen Weg. Ein Antrag auf einen "freiwilligen" R├╝ckzug aus der Oberliga und eine Eingliederung in die niedrigste ├╝berkreisliche Liga (Bezirksliga) wurde am 27. Februar 1992 beim Verbandsfu├čballausschu├č gestellt.

Am 3. M├Ąrz wurde dieser Entschlu├č auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Der ungew├Âhnliche Schritt wurde in der regionalen und ├╝berregionalen Presse sehr kontrovers diskutiert. Alles in allem ├╝berwog der Respekt vor dem Leitgedanken dieser Entscheidung: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Obwohl dem Verbandsfu├čballausschu├č die Dringlichkeit seiner Entscheidung wegen der laufenden Vorplanung f├╝r die neue Saison klar war, wurde dem ASC erst am 29. April 1992 eine Entscheidung mitgeteilt. Dem Antrag auf R├╝ckstufung der 1. Mannschaft aus der Amateuroberliga wurde zugestimmt, dem Antrag auf Einteilung in die Bezirksliga wollte der VFA nicht folgen. Da der Antrag des ASC in der Satzung nicht geregelt war, mu├čten andere Gr├╝nde herangezogen werden. Der VFA sah in seiner Begr├╝ndung eine Benachteiligung der bisher in der Bezirksliga spielenden Vereine, da durch eine weitere Mannschaft in der Liga in der n├Ąchsten Saison dann vier statt drei Absteiger festzulegen w├Ąren. Man war dabei davon ausgegangen, da├č aufgrund des Ausscheidens des ASC in der Oberliga eine Mannschaft weniger absteigen m├╝├čte. ├ťber die Argumentation, da├č der ASC die sportliche Qualifikation f├╝r die Oberliga immer noch innehabe, und der frei werdende Platz durch zus├Ątzliche Aufsteiger zu vergeben gewesen w├Ąre, hatte man anscheinend nicht nachgedacht. Bei dieser L├Âsung h├Ątten viele Mannschaften aus unteren Ligen vom Ausscheiden des ASC profitiert.

Am 4. Mai 1992 legte der ASC Beschwerde gegen diese Entscheidung ein und beantragte die sportgerichtliche Entscheidung.

Am 23. Mai 1992 wurde dieser Einspruch vor der Verbandsspruchkammer Westfalen in Kaiserau verhandelt. Die Entscheidung des VFA wurde aufgehoben, und der Antrag des ASC auf Eingliederung der 1. Mannschaft in die Bezirksliga wurde angenommen.

Die Verbandsspruchkammer begr├╝ndete ihr Urteil folgenderma├čen (Ausz├╝ge):

"Der ASC Sch├Âppingen hat 10 Jahre in der h├Âchsten Liga des FLVW gespielt. Er ist Westfalenmeister und Vizemeister geworden, er hat um den Aufstieg in die 2. Bundesliga und um die Deutsche Amateurmeisterschaft gespielt. Er hat die vom Verband f├╝r die Westfalenauswahl angeforderten Spieler ohne Schwierigkeiten zu den Lehrg├Ąngen und Spielen entsandt. Er hat sich in diesen 10 Jahren nichts zuschulden kommen lassen und hat sich sportlich einwandfrei verhalten, so da├č er als Aush├Ąngeschild des FLVW in diesen 10 Jahren ohne jede Einschr├Ąnkung angesehen werden kann. Zu ber├╝cksichtigen war ferner, da├č der ASC Sch├Âppingen nach seiner Antragstellung auf R├╝ckziehung seiner 1. Mannschaft aus der Amateuroberliga mit vollem Engagement bis zum letzten Spieltag weiter gespielt und sich sehr sportlich und fair verhalten hat...

... und keine sportlichen und finanziellen Nachteile anderer Vereine erkennbar waren, ist die VSK zu der Auffassung gelangt, da├č unter Ber├╝cksichtigung der sportlichen Gesichtspunkte einem Verein, der mit seiner 1. Mannschaft 10 Jahre in der h├Âchsten Liga des Verbandes gespielt hat, der Wunsch erf├╝llt werden sollte, nunmehr in der niedrigsten ├╝berkreislichen Liga des Verbandes zu spielen."