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04.08.1990. Wie oft hatte man sich schon in der Vergangenheit geĂ€rgert, daß der ASC Schöppingen nach Niederlagen auf Landes- oder gar Kreisebene aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden war. Doch am 01. Mai 1990 schaffte die 1. Mannschaft mit einem 4 : 0 Sieg gegen den damaligen Verbandsligisten BG Schwerin erstmals in der Vereinsgeschichte die Qualifikation fĂŒr die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals.

BegrĂŒĂŸung ASC - Eintracht Frankfurt
Olaf Jablonowski begrĂŒĂŸt "Charly Körbel"

Damals konnte noch niemand ahnen, welches LosglĂŒck der ASC haben sollte. Denn mit dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt bekam man einen der Meisterschaftsfavoriten fĂŒr die Saison 90/91 zugelost. Aufgewertet wurde diese Partie durch den Fußballboom in Deutschland nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Italien und die Tatsache, daß die Frankfurter Eintracht mit Andy Möller und Uwe Bein zwei frischgebackene Weltmeister in ihren Reihen hatte.

Die Vorbereitungen liefen im gesamten Verein auf Hochtouren. Das Medieninteresse erreichte ein Ausmaß, das in der Vereinsgeschichte des ASC Schöppingen wohl einmalig bleiben wird. Nach diversen Artikeln in den WestfĂ€lischen Nachrichten und Interviews des WDR (Hörfunk) gastierte beim Abschlußtraining am Freitag gar ein Fernsehteam der ARD-"Sportschau" im Vechtestadion. Reinhold Beckmann, damaliger "Sportschau"-Kommentator, erstellte einen Vorbericht ĂŒber den PokalknĂŒller in Schöppingen. WĂ€hrend die Spieler mit dem Ball jonglierten, mußten Andreas Hemsing und Lothar Everding ein Statement darĂŒber abgeben, wie sie ihre Gegenspieler Andy Möller und Uwe Bein beschatten wollten.

Am Samstag, dem 04. August 1990, war es endlich soweit. Das kleine Dorf Schöppingen stand zumindest fĂŒr 90 Minuten im Blickpunkt von "Fußball-Deutschland". Im ewig jungen Duell zwischen David und Goliath hofften außer den Fans von Eintracht Frankfurt sĂ€mtliche Fußballinteressierte auf eine Sensation durch den ASC. Es bestand die Chance, sich als "Underdog" wie Eppingen oder Geislingen einen Namen in der Pokalgeschichte zu verschaffen. Die brĂŒtende Hitze (40 Grad Celsius) war wohl der Grund, warum "nur" 4.800 Zuschauer den Weg in das Vechtestadion fanden. Die Spannung war bereits vor dem Spiel in der Kabine zu spĂŒren, denn jeder Schöppinger war sich der Tatsache bewußt, daß dieses Spiel wohl einmalig in seiner Fußballerzeit sein wĂŒrde.

Andy Möller verfolgt Olaf Jablonowski
Andy Möller verfolgt Olaf Jablonowski

Die Aufstellung der Eintracht war gespickt mit Stars nationaler und internationaler Klasse. Namen wie Binz, Körbel, GrĂŒndel, Falkenmayer, Bein, Möller, Eckstein und Yeboah sind jedem Fußball-Interessierten gelĂ€ufig. Doch von einem Klassenunterschied zwischen der von Jörg Berger gecoachten Bundesliga- und der Oberligamannschaft war wĂ€hrend der gesamten Spielzeit nichts zu sehen. Die Frankfurter gingen bereits in der 7. Spielminute durch Yeboah in FĂŒhrung. Doch wer in diesem Moment an eine Vorentscheidung geglaubt hatte, wurde anschließend eines Besseren belehrt. Der ASC kam immer besser ins Spiel und erarbeitete sich eine Reihe von Torchancen. Logische Konsequenz war der Ausgleich in der 43. Minute durch Ludger PickenĂ€cker.

Andy Möller schreibt Autogramme

Nach dem Seitenwechsel bot sich den begeisterten Zuschauern dasselbe Bild. Ausgerechnet Jörg Dohn, der an diesem Tag glĂ€nzend gehalten hatte, wurde zum tragischen Helden, als er einen Eckstoß in der 67. Minute unterlief. Dieter Eckstein bedankte sich mit einem Kopfball zum entscheidenden 2 : 1 fĂŒr das Geschenk. Alle anschließenden Verzweiflungsangriffe brachten nichts mehr ein, die sich bietenden Torchancen wurden vergeben.

Die erhoffte Pokalsensation war ausgeblieben, doch der ASC Schöppingen erntete von allen Seiten Lob fĂŒr eine tadellose Leistung. Was bleibt, ist die Erkenntnis, daß man an diesem Tag mit den besten Fußballern Deutschlands mithalten konnte, und die Erinnerung an ein in jeder Hinsicht einmaliges Spiel.

 

 

 

 

 

 

Zeitungsartikel zum Spiel (zum VergrĂ¶ĂŸern anklicken)

BILD-Artikel Pokalspiel gegen Frankfurt
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WN-Artikel Pokalspiel gegen Frankfurt
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