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Zu Beginn der Saison 2013/2014 m√∂chten wir in zusammengefassten Punkten einige Tipps und Anleitungen f√ľr die richtige "Erste Hilfe bei Sportverletzungen" geben.

Wenn es Seiten am Sport gibt, auf die ein jeder Freizeit- oder Leistungsathlet am liebsten verzichten w√ľrde, dann sind das ohne Zweifel Verletzungen im Training oder Wettkampf. Gerade bei Fu√üballern sind L√§sionen leider zur Regel geworden: Sei es ein unerwartetes Zwicken im Muskel w√§hrend eines Vollsprints, eine folgenschwere Platzwunde nach dem Zweikampf in der Luft oder ein K.O. nach einem Balltreffer in die Magengrube ‚Äď mit diesen Situationen m√ľssen Kicker auf dem Platz rechnen.

So unterschiedlich schwer die Verletzung innerhalb der sportlichen Aktivit√§t sein kann, so unterschiedlich ist auch die Herangehensweise, mit der hier agiert werden muss. Allgemein betrachtet, k√∂nnen Verletzungen in zweierlei Gruppen von Ursachen gegliedert werden: Zum einen gibt es Sch√§digungen, die durch den Einsatz der eigenen Kraft zustande kommen. Dies geschieht beispielsweise wegen eines unzureichenden Trainingszustands, wegen geistiger und k√∂rperlicher Erm√ľdung sowie hervorgerufen durch eine insuffiziente Ern√§hrung.

Sofortmaßnahmen als erster Schritt

Viele Sportverletzungen k√∂nnen aber durch gewissenhafte Pr√§vention und richtiges Verhalten vermieden werden. Erleidet der Sportler die Verletzung jedoch erst einmal, dann sind ‚Äď bei Amateurfu√üballern genauso wie bei den Profis ‚Äď sofortige Ma√ünahmen schon der erste wichtige Schritt f√ľr den Genesungsprozess.

Besonders im Amateurfu√üball ist es wichtig, dass auch Trainer die Erstversorgung bei Sportverletzungen √ľbernehmen k√∂nnen. Im Folgenden k√∂nnen sich daher √úbungsleiter auf diesen Seiten einige professionelle Erste-Hilfe-Ratschl√§ge zur richtigen Vorgehensweise bei Sportverletzungen aneignen ‚Äď auf dass man sie selten anwenden muss.

Die PECH-Regel
Als Erstversorgungsmaßnahme von Prellungen, Zerrungen und Bänderverletzungen kann man dem Merkwort PECH folgen: Pause (Ruhigstellung), Eis (Kälteanwendung), Compression (Druckverband) und Hochlagerung verhindern nach einer Verletzung Schwellungen und Hämatome und tragen häufig auch zur Schmerzlinderung bei

Oberste Priorität: Kompetent sein
Nichts ist einfacher als einen Erste-Hilfe- Kurs zu besuchen, um entscheiden zu lernen, welche Verletzungen vor Ort verarztet werden k√∂nnen und welche nicht. Denn der korrekte Ablauf der Rettungskette sollte allgegenw√§rtig sein. Nach einer Verletzung ver√§ndert sich n√§mlich das emotionale Bewusstsein des Sportlers radikal. Es kann von Frustration √ľber Panik bis hin zu einem Schock reichen. Strahlt die versorgende Person jedoch Kompetenz und Ruhe aus, fallen den Beteiligten alle folgenden Schritte leichter.

Muskel- und Sehnenschäden
Zerrungen und Risse von Muskeln oder Sehnen sind oft auf mangelhaftes Aufw√§rmen oder √úberm√ľdung der Muskelpartien zur√ľckzuf√ľhren. Bei abrupter √úberdehnung eines Muskels oder einer Sehne spricht man von einer Zerrung, die sich in Form von pl√∂tzlich auftretendem und stechendem Schmerz √§u√üert. Vertiefungen an der verletzten Stelle k√∂nnen auf einen Muskelriss hindeuten. Hierbei ist der Schmerz eher fl√§chendeckend und stumpf, zudem ist die Anspannung des Muskels kaum mehr m√∂glich. In erster Linie ist hier das PECH-Vorgehen als Erste Hilfe sinnvoll. Eissprays sollten dabei nicht zu lange angewendet werden, da es sonst im Hautgewebe zu Erfrierungen kommen kann. Aber auch Eisbeutel sollten nicht l√§nger als 20 Minuten auf der verletzten Stelle aufliegen, da sonst die erw√ľnschte Verengung der Blutgef√§√üe in eine reaktive Erweiterung umschl√§gt.

Au√üerdem kann zu viel K√ľhlung zur L√§hmung oberfl√§chlich verlaufender Nerven f√ľhren. Dar√ľber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass die mit elastischen Binden umwickelten K√§ltebeutel auf nackter Haut keine optimale Kompression erzeugen. Sinnvoller ist dagegen, erst eine Kompressionsbandage anzulegen und die K√§ltequelle dann dar√ľber anzubringen. Zweck eines Sportverbands ist es, die gesch√§digte K√∂rperstelle zu stabilisieren und zu entlasten.

Hautverletzungen
St√ľrze und Beingr√§tschen sind die h√§ufigste Ursache f√ľr verdreckte Wunden. Diese sollte man vorsichtig mit klarem warmem Wasser aussp√ľlen und mit antiseptischer L√∂sung oder Wundspray reinigen. Anschlie√üend die Stelle mit Pflastern oder Wundkompressen verbinden. Keinesfalls darf Eisspray bei offenen Wunden verwendet werden. Um Schmutzt√§towierungen zu vermeiden, sind Verunreinigungen mit einer sterilen B√ľrste aus der Wunde zu entfernen. Dies sollte jedoch ggf. von einem Arzt und unter Lokalan√§sthesie vorgenommen werden.

Wundblasen
Die Ursache f√ľr unangenehme Blasen an Fu√ü oder Kn√∂chel sind oft Druckstellen, die durch schlecht sitzende Fu√üballschuhe oder Socken hervorgerufen werden. Diese Blasen sollte man ‚Äď wenn m√∂glich ‚Äď geschlossen austrocknen lassen. L√§sst die R√∂tung um die Blase nach, ist es ein Zeichen der Heilung der gest√∂rten Haut. √Ėffnet sich die Blase, sollte sie desinfiziert werden. Mit Hilfe eines Schaumgummipolsters kann zudem die Druckempfindlichkeit verringert werden.

Stöße in die Magengrube
Balltreffer oder Schl√§ge in die Magengrube sind im Fu√üball sehr h√§ufig. Dabei wird das Zwerchfell vor√ľbergehend gel√§hmt und die Atmung behindert. In der Regel verbessert sich der Zustand des Spielers nach etwa einer halben Minute von allein. Der Verletzte sollte sich solange mit angezogenen bzw. angewinkelten Beinen positionieren. Klassische ‚ÄěKlopfer‚Äú auf den R√ľcken oder die Brust sind hierbei nicht hilfreich.

Platz- und Risswunden
Die umliegende Hautregion feucht s√§ubern und desinfizieren. Eine Mullbinde auf der Wunde und ggf. ein Druckverband stillen die Blutung. Risswunden am K√∂rper und Verletzungen im Gesicht erfordern meist eine chirurgische Versorgung. Wunden mit √ľber 1 cm L√§nge sollten vom Arzt begutachtet werden, um die Entscheidung √ľber Klammern oder N√§hen f√§llen zu k√∂nnen. Bei kleineren Verletzungen k√∂nnen Pflasterverb√§nde oder Wundkompressen ohne Zweifel sicherstellen, dass Training oder Spiel zu Ende gef√ľhrt werden k√∂nnen.

Kieferluxationen
Die Ausrenkung des Unterkiefers f√ľhrt zu einem klaffenden und gesperrten Kiefer. Eine Einrenkung ist m√∂glich, jedoch sehr schmerzhaft und sollte daher mit Hilfe eines Lokalan√§sthetikums beim Arzt erfolgen ‚Äď auch um muskul√§re Verspannungen aufzuheben.

Augenverletzungen
Kontusionssch√§den am Auge, wie beispielsweise ein Lidh√§matom, m√ľssen mit einem sterilen Verband abgedeckt werden. Je nach St√§rke des Blutergusses, kann der Verband feucht aufgelegt werden, um eine k√ľhlende Wirkung zu erzeugen. In keinem Fall sollte Eis √ľber l√§ngere Zeit direkt in Kontakt mit dem Auge treten, denn dies k√∂nnte Sch√§den an Hornhaut, Iris und Netzhaut hinterlassen.

Weiter sollte kein Druck aufs Auge ausge√ľbt werden. Bei Risswunden im Bereich des Auges d√ľrfen Augenbrauen nie rasiert werden, denn ihre Form und Richtung sind wichtige Anhaltspunkte bei der Wundversorgung. Ist der Augapfel direkt betroffen, sollte eine ggf. getragene Kontaktlinse im Zweifelsfall nicht entfernt werden. Sie kann die Aufgabe eines Wundverbands bis zur Ankunft im Krankenhaus √ľbernehmen.

Schl√ľsselbeinbruch und Schulterluxationen
Heftige Bewegungen sollten im Fall eines Bruchs des Schl√ľsselbeins vermieden werden. Die Ruhigstellung des Schulterg√ľrtels kann mit Hilfe einer Armschlinge unterst√ľtzt werden, eine Behandlung im Krankenhaus ist unbedingt notwendig. Ist bei einem Sturz auf die Schulter das Schultergelenk ausgerenkt, sollte jede Form der Bewegung vermieden werden. Eine Reposition (Wiedereinrenkung) sollte nur von einem Arzt vorgenommen werden, zumal bei beteiligter Nerven- und Gef√§√üeinklemmung bleibende Sch√§den verursacht werden k√∂nnen.

Zahnluxationen
Sind Zahnsch√§den zu verzeichnen, soll keinesfalls extrahiert werden, selbst wenn die Fraktur das Zahnfach betrifft. Teilluxierte Z√§hne k√∂nnen m√∂glicherweise erhalten werden, besonders wenn ihnen Zahnfleischreste anhaften. Zahnteile m√ľssen feucht und keimfrei eingepackt werden. Der Zahn darf auf dem Weg zum Zahnarzt nicht austrocknen. Ber√ľhren Sie nicht die Zahnwurzel. Komplett luxierte Z√§hne dagegen sind oft nicht mehr zu retten.

Nasenbr√ľche und ‚Äďblutungen
Der Verletzte sollte nach vorn gebeugt sitzen und durch den Mund atmen, damit kein Blut in den Rachen laufen kann. Weiter ist eine kalte Kompresse auf die Nase empfehlenswert, um so Schwellung und Blutung zu vermindern. Bei komplizierteren Br√ľchen ist eine operative Behandlung meist nicht vermeidbar. Liegt kein Bruch vor, stoppt etwas Kaltes im Nacken die Blutung, wobei der Kopf dabei ebenfalls nach vorn gelagert sein sollte, damit das Blut aus der Nase laufen kann. In hartn√§ckigen F√§llen helfen auch Tamponaden.

Muskelkrämpfe
Ein unzureichender Wassergehalt des K√∂rpers, z. B. durch mangelhaftes Trinkverhalten, f√ľhrt zu einem unausgeglichenen Mineralienhaushalt. Folge: Die Muskeln laufen ‚Äěhei√ü‚Äú, erm√ľden schneller und Kr√§mpfe entstehen. Erste Hilfe sollte in Form einer sofortigen Muskeldehnung von 20 bis 25 Sekunden Dauer erfolgen. Aber auch die aktive Anspannung des entgegengesetzt wirkenden Muskels leistet Abhilfe. Anschlie√üend kann mit k√ľhlender Fl√ľssigkeit oder Eiswasser massiert werden. Im Anschluss sollte der Fl√ľssigkeitsgehalt des K√∂rpers durch Trinken wieder aufgef√ľllt werden.

Transfer ins Krankenhaus
Wird ein Sportler wegen einer ernsthaften Verletzung ins Krankenhaus eingewiesen und ist ein operativer Eingriff nicht auszuschlie√üen, sollte er wegen einer m√∂glicherweise bevorstehenden Narkose unbedingt n√ľchtern bleiben.

 

Quelle: www.training-wissen.dfb.de