Vom Dasein als zweite Garde

Vom perfekten Fehlstart und dem Danach

Vom Niederschlag auf den Boden der Tatsachen

Von ehrenhaften Niederlagen

Von Glück und Schicksal

Von Derbys und deren Helden

Von V wie Vendetta

Von verdienten Pausen

Es war das letzte Spiel vor der Winterpause und unsere Grün-Weißen fuhren als Favoriten nach Stadtlohn, waren sie doch in der Rückrunde bislang ungeschlagen. Ein Sieg und man hätte sich als bärenstarke Rückrundenmannschaft in die Pause begeben, sich unter die Decke mummeln, vor den Kamin fläzen und von seinen Heldentaten berichten können. Doch wie dieser Anfang und die Ausgiebige Nutzung des Konjunktivs bereits vermuten lassen, kam es anders.

Von Naturgewalten und Jokertoren

Es regnete. Sieben Tage, Sieben Nächte: Regen. Plätze wurden gesperrt, Spiele fielen aus, doch in Schöppingen ließ man die Naturgewalten nicht obsiegen. Hier wurde gespielt. Hier hielten sie es einfach nicht länger aus, am Sonntagmittag bloß herumzusitzen und zu warten, zu warten, zu warten… In ihnen kochte es. In ihnen tobte es. Eine zuvor nie dagewesene Energie brannte ihnen in jedem Muskel, zerrte von innen, wollte hinaus. Bei langen Laufeinheiten in tiefem Schnee entfacht, im Flutlicht der Trainingseinheiten bis tief in die Nacht angefacht, durch jede Grätsche und jeden Zweikampf in Testspielen auf Hühnerwiesen genährt, loderte sie in ihnen und drängte auf den Platz.

Von Standardsituationen

Für deutsche Augen war das Spiel des ASC Schöppingen gegen den TUS Wüllen in Wüllen ein Fest! Immerhin gibt es hier, also in Deutschland, für alles Standards. Sogar Tacker, Warnwesten und Gurken sind aufs genaueste normiert. Wem jagte es keinen wohligen Schauer über den Rücken, wenn die sanfte Stimmer der Tagesschausprecher neue Standardisierungen und Richtlinien, die unser aller Leben ordentlicher und sicherer machten, monoton und ohne Mienenspiel in die Welt vokalisieren?