SCHÖPPINGEN. Heinz Leppen sitzt am Wohnzimmertisch und hält Mannschaftsfotos in den Händen. Er nennt die Namen, einen nach dem anderen. Er kennt sie alle.

Einige Hundert junge Kicker des ASC Schöppingen hat er in unzähligen Mannschaften betreut. Fast 40 Jahre lang war Heinz Leppen in der Jugendabteilung aktiv, fast 30 Jahre davon als Geschäftsführer. Jetzt bedankte sich der Vorstand für diese langjährige ehrenamtliche Tätigkeit: Als erstes ASC-Mitglied ernannte ihn der Vorsitzende Lothar Zurholt am Montag, einen Tag vor Leppens 75. Geburtstag, zum Ehrenmitglied der Grün-Weißen.

Nachruf Heinz Tummel

"Früher hat man enger Zusammengestanden"

Vorgestellt: Seit über 20 Jahren übt Michael Lögering beim ASC Schöppingen sein Ehrenamt gewissenhaft aus, stand aber nie selbst auf dem Platz

SCHÖPPINGEN. Michael Lögering setzt sich im Vechtestadion auf die Tribüne und schaut sich das Spiel der B-Junioren an.

Schöppingen - Am Saisonende hört Ilse Vallböhmer auf. Eigentlich unvorstellbar. Schließlich gehört die 65-Jährige fast zum Inventar des ASC Schöppingen. Doch nach dieser Spielzeit beendet Vallböhmer, die offiziell Elisabeth heißt, auch ihre letzten Tätigkeiten für die Grün-Weißen. Dann muss sich der Verein um eine neue Kraft für Schiedsrichter-Einladungen, Spielverlegungen und Passangelegenheiten bemühen.

Es ist dann für Ilse Vallböhmer ein Abschied auf Raten gewesen. Für sie stand immer eins im Mittelpunkt: der ASC. Dabei kam sie eher zufällig zur Vorstandsarbeit. Ihr Mann Hans gehörte früher dem Altherren-Vorstand an. Das war mit vielen abendlichen Sitzungen verbunden. Da wollte Ilse Vallböhmer, die selbst seit Ende der 1960er-Jahre beim ASC turnte, wissen, was beim ASC so passierte. 

Die 66. Generalversammlung des ASC fand am Freitag 18. Februar 2011 im Alte-Post Hotel in Schöppingen statt. Auf der gut besuchten harmonischen Jahreshauptversammlung standen der 1. Vorsitzende, 1. Kassierer sowie der 2. Geschäftsführer zur Wahl.

Der "Rückzug" aus der Oberliga kam für viele überraschend. Die Spieler (speziell die Schöppinger) standen vor der Entscheidung, eine neue sportliche Herausforderung bei einem anderen höherklassigen Verein zu suchen, oder dem ASC (in der Bezirks- oder gar Kreisliga) die Treue zu halten.

Dem Antrag des ASC wurde stattgegeben, und die neue Mannschaft startete mit vorwiegend Schöppinger "Eigengewächsen" in eine ungewisse Zukunft. Der Spielertrainer Bernd Dirksen, ebenfalls langjähriger ASC-Aktiver im Jugend- und Seniorenbereich (Verbandsliga), stand vor der schweren Aufgabe, eine "Mannschaft" aus ehemaligen Oberliga- und Kreisliga-Spielern zu formen.

Meister Bezirksliga 1992/1993
Meister Bezirksliga 1992/1993

Im 2. Landesligajahr (Saison 1994/95) präsentiert sich das Team unter dem neuen Spielertrainer Guido Berlekamp mit einem völlig veränderten Gesicht. Die Mannschaft verließen Bernd Dirksen, Andre Duttmann, Markus Hermes, Helmut Hörst, Dick Reekers, Matthias Vogtt und Michael Webers; hinzu kamen Thomas Düvel, Uwe Mielke, Klaus Roosmann, Dirk Rotthäuser, Heino Rotthäuser, Dirk Sparwel, Ansgar Tscheschner, Detlev Wehrmann und Jeroen Wotte. Auch wenn die Mannschaft zwischendurch in die Nähe eines Abstiegsplatzes kam, konnte man doch die Zugehörigkeit zur Landesliga am Ende sichern.

Nachdem es auch in den Vorjahren schon Gerüchte gegeben hatte, daß Heinz Tummel als Hauptsponsor der Oberligamannschaft des ASC seinen Rückzug plane, wurde dies im Spätherbst 1991 zur Gewißheit. Heinz Tummel teilte im Zuge der Vorplanung für die neue Saison dem Vorstand mit, daß er den ASC weiterhin finanziell unterstützen würde, dies aber in deutlich vermindertem Rahmen.

Nach zehn Jahren Zugehörigkeit zur Oberliga war das Interesse der Zuschauer in den letzten Jahren merklich gesunken. "In der Saison 1990/91 wäre man fast Meister geworden, ohne daß das Münsterland dies mitbekommen hätte" (Zitat Westfälische Nachrichten). Andererseits hatten sich die Kosten einer Oberligamannschaft weiter nach oben bewegt. Sicher spielte auch der inzwischen bekanntgegebene Wechsel des damaligen Trainers Bernard Dietz zum SC Verl eine Rolle bei seiner Entscheidung. Angesichts dieser Tatsachen sah Heinz Tummel keinen Sinn mehr darin, weiterhin große Summen in das Unternehmen "Oberliga" zu investieren.